Auto & Car

Feb 1 2019

Portal-Test – Ankauf und Verkauf von gebrauchten Autos im Internet, altauto ankauf.

#Altauto #ankauf

Portale für Gebrauchtwagenverkauf

  • Zuletzt aktualisiert: 16. Juni 2016
  • Von: Jens Tartler
  • Wer sein Auto verkaufen will, kann nicht nur eine Annonce auf Verkaufsplattformen wie mobile.de oder Autoscout24 schalten.
  • Es gibt andere Portale, die den Gebrauchtwagen selbst ankaufen oder an einen Händler vermitteln.
  • Einige Anbieter weichen aber mit ihren realen Ankaufspreisen für die Autos von der zunächst genannten Preisspanne stark nach unten ab.
  • Auch der Service der Portale unterscheidet sich deutlich.
  • Lassen Sie Ihr Auto online bewerten: Bei der DAT oder bei Schwacke.
  • Oder schauen Sie auf AutoUncle, zu welchem Preis vergleichbare Autos angeboten werden.
  • Wenn Sie den höchsten Preis erzielen wollen, müssen Sie selbst inserieren. Einen Käufer zu finden, kann aber Zeit und Mühe kosten.
  • Über ein Ankaufsportal werden Sie Ihren Wagen deutlich bequemer los.
  • Nutzen Sie mehrere Portale, um beim Preis nicht übervorteilt zu werden.
  • Gehen Sie auf die ersten Angebote nicht ein, sondern warten Sie das Ende der Bieterfrist ab.

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Das eigene Auto inserieren, Probefahrten mit völlig unbekannten Interessenten machen, den Wagen beim Feilschen um den Preis schlecht reden lassen – darauf hat nicht jeder Lust, der seinen Gebrauchtwagen loswerden möchte. Wenn das Auto sich auch nicht für einen anderen Wagen in Zahlung geben lässt, bietet sich ein relativ neuer Verkaufskanal an: spezielle Plattformen im Internet, die Gebrauchtwagen selbst ankaufen oder an einen Händler vermitteln.

Das Geschäft mit dem Autoankauf im Netz ist noch recht jung. Wir haben deshalb zur Probe zwei Fahrzeuge auf neun Portalen angeboten. Dabei haben wir ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht: Einige Portale antworteten schnell mit vernünftigen Angeboten und waren freundlich im Kundenkontakt. Manche Portale dagegen reagierten gar nicht auf den Verkaufswunsch des Kunden, bei wieder anderen klafften die zunächst genannte Preisspanne und der tatsächliche Ankaufspreis stark auseinander. Ein Anbieter bedrängte den Probekunden von Finanztip sogar, sein Auto zu einem sehr niedrigen Preis abzugeben.

Aber wer ein paar Dinge beachtet, kann tatsächlich sein Auto vergleichsweise bequem über diese Portale verkaufen.

Wie die Verkaufsportale für Gebrauchtwagen arbeiten

Die von Finanztip untersuchten Portale unterscheiden sich grundlegend von Verkaufsplattformen wie mobile.de oder Autoscout24. Auf den herkömmlichen Verkaufsplattformen schalten die Nutzer lediglich eine Anzeige mit Fotos und warten dann auf Interessenten für ihr Auto – ob private Käufer oder Händler.

Bei den von Finanztip im Mai 2016 betrachteten Portalen läuft das Geschäft so: Der Nutzer registriert sich und sein Auto auf der Website. Er macht genaue Angaben zu dem Fahrzeug und lädt Fotos hoch. Anschließend erhält er bei einigen Portalen einen ersten Preis oder eine Preisspanne. Diese ist aber noch nicht sehr aussagekräftig.

Anschließend bietet das Portal den Wagen einem Kreis von Händlern zum Verkauf an. Diese nennen jeweils den Preis, den sie für das Auto bieten. Der Kunde kann ein Angebot auswählen und mit dem Händler einen Kaufvertrag schließen. Der Händler holt den Wagen beim Verkäufer zu Hause ab und meldet ihn ab.

Service und Preisabweichungen von Portalen für Gebrauchtwagenverkauf

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 20. Mai 2016)

Einige Anbieter reagieren nicht auf Verkaufsinteresse

Der Service der Portale unterschied sich deutlich. Bei den meisten Anbietern lief der Verkaufsprozess glatt, bei zweien der zunächst neun untersuchten Anbieter gab es aber Schwierigkeiten: Sie reagierten auf unsere beiden Verkaufsanfragen mit realen Autos überhaupt nicht. Der Betreiber von 1autoexport.de sagte auf telefonische Nachfrage nach zehn Tagen, er habe kein Interesse an unserem VW Lupo und dem Opel Meriva, sonst hätte er sich gemeldet. Das Portal autoankaufsofort.com teilte nach der gleichen Frist am Telefon mit, man habe den Interessenten nicht mit niedrigen Ankaufspreisen verärgern wollen. Erst auf Verlangen nannte der Mann Preise.

Nur zwei Portale lassen die Autos vor Ort untersuchen

Die meisten Portale lassen ihre Händler allein aufgrund der Angaben des Verkäufers und der Fotos bieten. Allerdings muss sich der Verkäufer zuvor verpflichten, korrekte Angaben zu machen.

Das Portal Einfacherautoverkauf, das von mobile.de betrieben wird, und die Plattform wirkaufendeinauto.de lassen die Autos dagegen physisch untersuchen, bevor sie ein Angebot abgeben. Einfacherautoverkauf hat in jeder größeren Stadt ein Netz von Händlern, mit denen das Portal zusammenarbeitet. Diese Händler können ihr Interesse an dem Wagen anmelden. Der Verkäufer kann sich einen Händler aussuchen und mit diesem einen Termin für die Bewertung des Autos vereinbaren. Kommen beide Seiten zusammen, können sie einen Kaufvertrag abschließen.

Der Anbieter wirkaufendeinauto.de hat eigene Hallen, in denen seine Experten die Autos begutachten. Der Preis wird anhand der Erkenntnisse vor Ort und der aktuellen Fotos von dem Wagen in der Unternehmenszentrale festgelegt. Das Portal kauft die Autos selbst an und verkauft sie dann an Händler weiter. Es ist also kein Vermittler – im Unterschied zu den anderen Anbietern.

Einige Anbieter zahlen deutlich weniger, als sie zunächst bieten

Bei der Untersuchung von Finanztip mit dem VW und dem Opel gab es sehr große Unterschiede zwischen den Ankaufspreisen, die die verschiedenen Portalen tatsächlich anboten. Da wir aber nur zwei Autos eingestellt haben, muss das nicht heißen, dass Sie für Ihren Wagen bei den jeweiligen Portalen ebenfalls einen guten oder schlechten Preis bekommen würden.

Was aber für Verbraucher in jedem Fall ärgerlich ist: Bei einigen Portalen lag der tatsächliche Ankaufspreis wesentlich niedriger als die Preisspanne, die nach der Eingabe der Daten auf der Website ursprünglich genannt wurde. So werden potenzielle Kunden gelockt.

Zum Beispiel nannte jetztautoverkaufen.de für den VW Lupo einen Preis von gut 2.000 Euro, das Schwesterportal wirkaufendeinauto.de einen von knapp 1.600 Euro. Für beide Portale übernimmt wirkaufendeinauto.de die Bewertung und die Abwicklung des Kaufs. Den Preisunterschied konnten uns beide Portale nicht überzeugend erklären.

Für den Kunden ist dieser Unterschied aber ohnehin nicht relevant. Bei der realen Bewertung kam nämlich eine Preisspanne von 650 bis 1.150 Euro heraus. Damit lag selbst das höhere Angebot noch weit entfernt von den 1.600 bis 2.000 Euro, von denen anfangs die Rede war. Und tatsächlich war ein anderer Aufkäufer, der uns von einem anderen Portal vermittelt worden war, sogar bereit, 2.000 Euro für den Lupo zu zahlen.

Um noch höhere Fehlbeträge ging es beim Opel von 2012: Die Schwesterportale nannten zunächst Preise von rund 9.400 und 9.600 Euro. Das reale Kaufangebot betrug 5.833 Euro.

Es geht auch anders

Dass es auch anders geht, zeigte das Portal Einfacherautoverkauf. Für den VW Lupo beispielsweise nannte das Portal online eine Preisspanne von knapp 900 bis knapp 1.400 Euro. Als unser Proband einen Begutachtungstermin mit einem großen BMW-Händler in Berlin vereinbaren wollte, meldete sich ein Verkäufer per Telefon und sagte, er könne nur 500 bis unter 1.000 Euro bieten. Er müsse seine Gebrauchtwagengarantie und die Handelsspanne einkalkulieren. Deshalb sei es sinnlos, einen Termin zu machen. Privat könne man diesen Wagen für mindestens 2.000 Euro verkaufen.

Ein kleiner Berliner Gebrauchtwagenhändler, vom selben Portal angeboten, wollte immerhin 1.200 bis 1.500 Euro zahlen und übertraf damit die Online-Preisspanne.

Für den Opel bot derselbe Händler 8.000 Euro an. Einige Tage später fand Einfacherautoverkauf einen Opel-Vertragshändler, der den Wagen sogar für 8.500 Euro kaufen wollte – im Vergleich der Portale der höchste Preis. Außerdem erreichte das Portal damit seine ursprüngliche Online-Preisspanne von 8.400 bis 9.700 Euro. Daher sollten Sie immer zu mehreren der angebotenen Händler Kontakt aufnehmen, um einen akzeptablen Preis zu erhalten.

Auch carsale24.de hob sich angenehm von der Konkurrenz ab. Dort gab es keine derartigen Abweichungen. Der Prozess läuft nämlich so ab: Das Portal nennt keine datenbankgenerierten Preise, sondern meldet sich erst, wenn es konkrete Kaufangebote von seinen angeschlossenen Händlern bekommen hat. Der Kunde kann sich dann das beste Angebot aussuchen. Der Kaufvertrag steht jeweils zum Download bereit. Auch hier waren die Preise für den VW und den Opel mit 1.800 Euro und 7.350 Euro im Konkurrenzvergleich sehr gut.

Wir haben alle angebotenen Preise der Portale in der Tabelle weiter unten zusammengefasst.

Mehr zur Kfz-Versicherung in unserem Ratgeber

Altauto ankauf


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